Gavriel Lipkind
Diverse
Vollständige Biographie
„…Lipkind ist ein einmaliger Musiker… er spielt wie besessen… Sein hochkonzentriertes Spiel reißt einen buchstäblich vom Stuhl…“ (The Independent *****)

Diese Worte beschreiben, wie faszinierend die strahlende künstlerische Energie eines charismatischen Musikers wirken kann. Darüber hinaus zeigt er stets einen wachen Verstand und intellektuelles Engagement: Der Cellist Gavriel Lipkind.

„…Tiefste Innigkeit voller Spannung, Intensität und Musizierfreude von einer Note zur nächsten führend – erfüllte einen vollen, runden Celloton, der sich immer noch nach mehr zu sehnen schien. Als wären Cello und Komposition ein Teil seiner selbst, so selbstverständlich, liebevoll und voller Leichtigkeit nutzte Gavriel Lipkind beides zum Ausdruck einer tief greifenden Botschaft über das Phänomen Musik…“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

1977 in Israel geboren, erlebte Lipkind schon in jungen Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Er trat in einigen der bedeutendsten Konzertsälen der Welt auf, mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, den Münchner Philharmonikern und dem Baltimore Symphony Orchestra. Dabei arbeitete er mit so renommierten Musikern wie Zubin Mehta, Philippe Entremont, Giuseppe Sinopoli, Yehudi Menuhin, Pinchas Zukerman, Yuri Bashmet und Gidon Kremer zusammen.
Nach akademischen Abschlüssen an drei bedeutenden Hochschulen auf drei Kontinenten und dem Gewinn von mehr als einem Dutzend Preisen bei den wichtigsten internationalen Wettbewerben – u. a. beim Leonard Rose- Wettbewerb in Washington, beim Rostropovich Wettbewerb in Paris und beim ARD-Wettbewerb in München – befand sich Lipkind auf dem Gipfel seines jugendlichen Erfolgs.

„Ein neuer Stern ist am Cellohimmel aufgegangen… Der junge israelische Cellist ist einer der bedeutendsten Musiker, die in den letzten Jahren in die Musikszene Eingang gefunden haben…“ – So pries die Frankfurter Allgemeine Zeitung den damals 18jährigen Gavriel Lipkind, als er aus Israel nach Westeuropa übersiedelte – gewissermaßen prophetisch: Wenn Lipkinds Werdegang bis zu diesem Zeitpunkt vergleichbar mit dem Biographienbeginn anderer Shooting-Stars der klassischen Musikszene erscheint, dann zeigt seine Fortsetzung ganz andere, ungewöhnliche Inhalte:
Trotz der aufblühenden Karriere entschloss sich Lipkind mit 23 Jahren eine Auszeit vom Konzertpodium zu nehmen. Diese Entscheidung traf er aus der inneren Notwendigkeit eines weiteren künstlerischen Fortschritts. Er konzentrierte sich dafür auf neue musikalische Bereiche und weitete sein Repertoire aus, arbeitete mit
Komponisten zusammen und machte Tonaufnahmen von höchster Qualität.

So wagte er es, in eine Richtung zu gehen, die zum unverwechselbaren Wesenszug seines Lebens und seiner Aktivität werden sollte: Als Künstler, der bewusst und selbstverantwortlich sein eigenes Schicksal in neue Bahnen lenkt. Die Projekte, meist in thematischen Zyklen miteinander verbunden, die er von nun an konzipiert
und zum Teil schon durchgeführt hat, markieren seine Laufbahn wie Meilensteine eines grandiosen künstlerischen Weges.
Zunächst widmete sich Gavriel Lipkind zwei stilistisch gegensätzlichen Genres, die in zwei Produktionen mit Tonaufnamen mündeten: Miniatures and Folklore mit eigenen Arrangements und Single Voice Polyphony (Einstimmige Polyphonie, Vol. I), wo er sein Können und sein Esprit in der Interpretation von Bachs Cellosuiten schöpferisch umsetzt. Diese Aufnahmen haben in der Musikwelt bereits ein hymnisches Echo gefunden. Sie zeigen sehr unterschiedliche, jedoch gleichermaßen bedeutende Aspekte von Lipkinds interpretatorischem Potential.
Zusätzlich unterstützt die profunde Kenntnis des Instruments auch seine kompositorische Kreativität. Ein streng durchdachtes musikalisches Konzept verbindet in Miniatures and Folklore 23 fein geschliffene musikalische Kleinodien kontrastvoll miteinander, wie in einer verklärten Hommage an die Kindheitswelt des
Künstlers mit ihren multikulturellen Schattierungen und breit gefächerten Einflüssen.
Dieser Erstling des Produzenten Lipkind in Zusammenarbeit mit „Edel Classics“ macht seinen unverwechselbaren persönlichen Abdruck deutlich: Das Auge, das Ohr und der Verstand werden geistreich und suggestiv angesprochen, die graphische Gestaltung und die Texte reflektieren und klären die Musikinhalte auf.

Als „Markenzeichen“ soll diese besondere Qualität weiterhin alle Lipkind-Produktionen ausmachen. Im ersten Band von Single Voice Polyphony wird dies besonders deutlich: Gavriel Lipkinds wohl durchdachte, im Einklang mit den historischen Quellen aber auch sehr lebendige und persönliche Interpretation basiert auf dem Entwurf eines eigenen Systems – fast könnte man sagen, einer Bach-Kosmogonie anhand der Cellosuiten – die den jeweiligen musikalischen Charakter der Tanzsätze, ihre Symbolik und die Logik ihrer Zusammenstellung innerhalb des Zyklus sinnig macht.

Single Voice Polyphony ist zudem ein groß angelegtes Projekt, das insgesamt aus vier verschiedenen Gruppen von Einspielungen bestehen wird. Band II steht bevor, mit der Aufnahme des originellen Werkes The Solitude Cycle – a Journey to the Limits: Gavriel Lipkind ist Kern und Initiator dieser Gemeinschaftskomposition für Cello solo und live Elektronik, die am 22. Juni 2007 im Rahmen der Ludwigsburger Festspiele uraufgeführt wird.
Die Idee zum Solitude Cycle entsprang der Reflexion des eigenen Tuns angesichts der Problematik von Kunst,
Künstler und Gesellschaft am Anfang des XXI. Jahrhunderts. Verwirklicht wurde diese Idee in Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude, die mit ihren Aufenthaltsstipendien besonders begabte Künstler und Künstlerinnen der unterschiedlichsten Sparten fördert.
Zusammen mit dem Komponisten Kevin Volans, Juror der Akademie, wählte Lipkind aus den Reihen der Stipendiaten seiner Generation eine Gruppe von Komponisten und Komponistinnen aus (alle geboren zwischen 1968 und 1978): Noriko Baba (Japan / Frankreich / Spanien), Francesco Filidei (Italien / Frankreich / Spanien), Andrew Hamilton (Irland), Éric Marty (U.S.A.), Benedikt Schiefer (Deutschland), Avi Tchamni (Israel / U.S.A.) und Cobi van Tonder (Südafrika).
Der so ausgesuchte Kreis begab sich gemeinsam auf die abenteuerliche Suche nach Grenzen klanglicher Ausdrucksmöglichkeiten. Lipkind mit seinem Cello diente als ausschließliche Klang- und Geräuschquelle für das elektronisch einbezogene Klangmaterial. Als aufführender Solist interagiert er auf der Bühne mit den komplexen, digital verarbeiteten und gesteuerten Klangereignissen.
Jedem der acht Komponisten gehört eine eigene „Insel“ im Zyklus, jeweils ein eigenwilliges, in sich abgeschlossenes Werk. Eingebettet werden diese Stücke in dem „Leim“, komponiert von Éric Marty: Ein Computerprogramm, das zwischen den Stücken einsetzt und auf die akustischen Reaktionen des Publikums (Applaus, Husten, etc.) reagiert. Die Makrostruktur des Zyklus wirkt etwa wie ein klassisches „Rondo“: Die Couplets sind die Werke selbst, und der variierte Refrain wird durch deren Wirkung auf das Publikum bestimmt. Das Werk setzt die verschiedensten Prinzipien künstlerisch um, wie Vernetzung, interdisziplinäre Kommunikation, non lineare Prozesse, Pluralität.
Eindeutig als Einheit der Vielfalt konzipiert, beleuchtet es zweifellos die These, dass ein Ganzes viel mehr ist als die Summe seiner Teile.
Single Voice Polyphony, Band III wird unter dem Titel „Specialities“ Solowerke für Violoncello aus dem Schaffen von Benjamin Britten, Max Reger, Eugène Ysaÿe, György Ligeti und Heitor Villa-Lobos beinhalten.
Der vierte und letzte Band der Reihe Single Voice Polyphony wird erneut Johann Sebastian Bach gewidmet. Diesmal wird Gavriel Lipkind große mehrstimmige Werke mittels eines speziellen Multi Track Verfahrens einspielen, darunter die Rätselkanons und einige Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier.

Parallel zu dieser gehaltvollen Projektreihe steht eine andere, nicht minder aufwendig angelegte, mit dem Arbeitstitel „The Heroes of the Cello“: Ziel ist es, Werke für Violoncello und Orchester aus der großen romantischen Literatur durch eigens erforschte Zusammenhänge in ein neues Licht zu stellen – beispielsweise Schumann mit Shostakovich, Dvorák mit Popper. Mit durchschnittlich einer Produktion pro Jahr wird die Arbeit aran mindestens eine Dekade andauern.

Parallel dazu erfolgt seit 2006 wieder Gavriel Lipkinds intensive, gefeierte Präsenz auf den großen Bühnen des internationalen Konzertlebens. Er spielt ein Cello von A. M. Garani (Bologna 1702), durch die Commerzbank Stiftung großzügig unterstützt.
„Gavriel Lipkind … hat bewiesen, dass er der außergewöhnlichste Cellist unserer Tage ist.“ (Bernard Greenhouse, 2006)

2016/2017
Wenn Sie diese Biographie verändern wollen kontaktieren Sie bitte Mark Stephan Buhl Artists Management (office@msbuhl.com). Bitte verwenden Sie nur Material der laufenden Saison.