Marino Formenti
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Vollständige Biographie
Marino Formenti zählt mit seiner außergewöhnlichen Kombination von Intellekt und Emotionalität zu den herausragenden Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Von der Los Angeles Times als „Glenn Gould for the 21st Century“ gepriesen, konzipiert er oft auch Projekte, die die Konzertform erweitern oder in Frage stellen (Nothing is Real, Piano Trips, Piano Integral, Nowhere, The Party, Torso).

In den Recitals Kurtag's Ghosts oder Liszt Inspections strebt er durch den Dialog zwischen den Kompositionen einen ununterbrochenen Duktus an, der die Konventionen des Klavierabends sprengt. In Nowhere etwa spielt, schläft und isst Marino Formenti mehrere Wochen ohne Unterbrechung in einem öffentlich zugänglichen Raum, mit dem Wunsch, „in die Musik nach und nach zu verschwinden“. One to One ist eine für Art Basel ursprünglich konzipierte, zweistündige musikalische Begegnung mit jeweils einem Zuhörer. In Schubert und Ich, das die Form eines Spielfilmes annahm, erarbeitet Marino Formenti Lieder von Franz Schubert mit musikalischen Laien.

Auch auf der Bühne überschreitet Formenti oft die Konzertkonventionen: In Kurtag's Ghosts und Liszt Inspections strebt er etwa durch den engen, inhaltlich durchdachten Dialog zwischen den Kompositionen einen ununterbrochenen Duktus an, der die Konventionen des Klavierabends sprengt; Joshua Kosman vom San Francisco Chronicle hat diese Versuche mit der Prosatechnik von James Joyce verglichen. Im Torso spielt er mit der Idee des Unvollendeten, in dem er Fragmenten von Bach und Mozart bis Rihm und Barraquè zu einem Ganzen zusammenfügt. In The Song Project, im New Yorker Poisson Rouge uraufgeführt, stellt er Poplieder von Nirvana und Coldplay Werke von Bernhard Lang und Luciano Berio gegenüber.

Konzerteinladungen führten Marino Formenti zu den Festivals in Salzburg, Luzern, Edinburgh, Schleswig-Holstein, Aspen und Ravinia sowie in die großen Konzerthäuser von Berlin, Wien, Paris, London, Zürich, Moskau, New York, Los Angeles, Tokio. 2004 debütierte er im Lincoln Center in New York mit seinem Recital-Zyklus Piano Trips in der „Great Performers Series“. Ähnlich themenbezogene Reihen präsentierte er in Wien, Los Angeles und San Francisco. Ab 2013 wird Marino Formenti für drei Jahre einen eigenen Zyklus in der Wigmore Hall London präsentieren. 

Als Solist konzertierte Marino Formenti mit dem New York Philharmonic, den Münchner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Gustav Mahler Chamber Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Orchestre de la Suisse Romande, und mit Dirigenten wie Franz Welser-Möst, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen, Gustavo Dudamel und Daniel Harding.

In seiner Laufbahn als Dirigent war Marino Formenti zunächst Assistent von Kent Nagano und Sylvain Cambreling. Selbst am Pult stand er im Teatro alla Scala, für die Wiener Festwochen und Wien Modern, im Wiener Musikverein und Wiener Konzerthaus, im Berliner Konzerthaus, in Paris, Rom, Mailand, Oslo, Ljubljana, Los Angeles, Johannesburg, Tokio. 2008 debütierte Marino Formenti in der Accademia di Santa Cecilia in Rom auf Einladung Maurizio Pollinis, mit dem er 2009 in der Mailänder Scala und in der Pariser Salle Pleyel wieder auf der Bühne stand.  Marino Formenti leitete die österreichische Erstaufführung von Kurt Weills Oper „Der Protagonist“ und der Kammerfassung von Prokofievs „Engel aus Feuer“ in einer umjubelten Produktion.  Er dirigierte sein mehrstündiges The Party am LACMA Los Angeles, für den Ravenna Festival und für die Darmstädter Ferienkurse.

Marino Formenti arbeitet mit einigen der größten lebenden Komponisten zusammen, u.a. mit Friedrich Cerha, Helmut Lachenmann, György Kurtág und Salvatore Sciarrino.

Marino Formenti ist Träger des Belmont-Preises 2009 für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung in München.

2016/2017
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